Im Anschluss an das Panel und die lebhafte Diskussion zum Panel „Schulterschluss für Sicherheit“ auf der ANGA COM 2026 ging der Austausch direkt in die Praxis über: Die Panelisten besuchten den Messestand der Emtelle GmbH, Erfurt, und ließen sich dort von Ralf Pütz (Head of Business Developement Europe) über eine glasfaserbasierte Sicherheitstechnologie für Schutz- und Überwachungskonzepte informieren, die schon im europäischen Umland eingesetzt wird.

Die vorgestellte Lösung zeigt, welches Potenzial die moderne Glasfaserinfrastruktur über die reine Datenübertragung hinaus bietet: Mit nur einer Glasfaserlinie lassen sich über weite Strecken Wärmeeinwirkungen, Lichteinwirkungen und Erschütterungen entlang der Trasse erfassen – etwa durch Personen bzw. Fahrzeuge oder Bewegungen durch Wasserstandsänderungen in Flüssen bei Unwettern an den vorhandenen Trassen im unmittelbaren Umfeld. Wird eine Glasfaserleitung beispielsweise um eine Liegenschaft z.B. Flughafen herum verlegt, können Störungen nicht nur erkannt, sondern auch räumlich präzise mit einem OTDR-Messgerät lokalisiert werden. Gerade im Kontext kritischer Infrastrukturen wurde deutlich, wie innovative Technologien dazu beitragen können, die Resilienz konkret zu stärken.
Die Vertreter der drei Verbände, Carsten Engelke, Dipl.-Ing., ANGA Der Breitbandverband e.V., Godehard Hennies, DBVW, sowie Marco Lampert und Jan Syré, beide VST – Verband Sichere Transport- und Verteilnetze / KRITIS e.V., zeigten sich beeindruckt und wollen prüfen, inwieweit sich die vorgestellte Technologie von Emtelle in bestehende Schutz- und Überwachungskonzepte integrieren lässt. Auch Herr Oberstleutnant Clemens Meyer, aktiver Teilnehmer auf dem Panel und Vertreter des operativen Führungskommandos der Bundeswehr, zeigte sich beeindruckt von den Möglichkeiten, die ein normales Glasfaserkabel bieten kann.
Jetzt kommt es darauf an, aus dem gemeinsamen Dialog konkrete Anwendungen abzuleiten, die die vereinbarten Szenarien lösen können. Wer kritische Infrastrukturen wirksam schützen will, muss Innovationen schnell in die Praxis überführen, sektorenübergreifend zusammenarbeiten und neue Technologien konsequent von Beginn an mitdenken. Dazu Jan Syré, politscher Sprecher des VST:“ Ein starkes Beispiel dafür, wie aus Dialog konkrete Innovation entsteht. Genau solche praxisnahen Lösungen und die enge Zusammenarbeit der Akteure brauchen wir, um kritische Infrastrukturen resilient und zukunftsfest aufzustellen.“
Resilienz entsteht nicht durch Absichtserklärungen, sondern durch gemeinsames Handeln – jetzt! Eine wichtige Erkenntnis des Panels lautet: Wir müssen nicht auf Produkte warten; alle Produkte zur Stärkung der Resilienz sind bereits am Markt verfügbar. Glasfaser kann mehr als nur Daten: Ein neuer Ansatz für Schutz und Resilienz.