CIMIC Quadriga 2026: Wenn militärische Stärke auf zivile Versorgungssicherheit trifft

Am Samstag, 20. Juni 2026, öffnete die Clausewitz-Kaserne in Nienburg an der Weser ihre Tore – und machte erlebbar, was Zusammenarbeit im Ernstfall bedeutet. Im Rahmen der NATO-Übung CIMIC Quadriga 2026 zeigten Soldatinnen und Soldaten eindrucksvoll, wie eng militärische Stärke und zivile Unterstützung miteinander verbunden sein müssen, wenn Krisen bewältigt und Versorgung gesichert werden sollen.

Die Übung ist Teil des multinationalen Quadriga-Clusters der Bundeswehr und rückt die zivil-militärische Zusammenarbeit in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Feuerwehr, Rettungskräften, DRK und kommunalen Behörden wurde trainiert, was im Alltag oft unsichtbar bleibt, im Krisenfall aber entscheidend ist: belastbare Strukturen, verlässliche Abläufe und Vertrauen zwischen allen Beteiligten. Gerade das Zusammenspiel der Blaulichtorganisationen mit den Kräften der Bundeswehr zeigte, wie wichtig ein gemeinsames Lagebild, klare Schnittstellen und eingespielte Kommunikationswege sind.

Besonders deutlich wurde dies in den Vorführungen vor Ort: Von Kräften der ABC-Abwehr über Feldjäger bis hin zu Logistik- und Sanitätseinheiten wurde sichtbar, wie vielfältig die Fähigkeiten der Bundeswehr ineinandergreifen. Mobile Sanitätseinrichtungen, logistische Umschlagpunkte, Schutz- und Sicherungskräfte sowie Kommunikationszentren machten greifbar, wie viele Zahnräder zusammenwirken müssen, damit Hilfe ankommt, Versorgungsketten halten und Menschen geschützt werden können.

V.l.n.r: Jan Syré, Vorstand Resilienz VST-KRITIS, Brigade-Generaal Nicole de Wolf, Koninklijke Landmacht der Niederlande, Jan Pol, Infracapacityalliance, Appeldorn und Oberst Stefan Hofmaier, Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr, Kommandeur und Standortältester Nienburg an der Weser

Unter den Zuschauern war auch Jan Syré, Pressesprecher und Vorstand Resilienz bei VST-KRITIS. Die gezeigte Professionalität und das Zusammenspiel der unterschiedlichen Akteure hinterließen bei ihm einen bleibenden Eindruck. Sein Fazit:

„Die Professionalität und das Zusammenspiel der Soldaten mit zivilen Akteuren haben mich positiv überrascht. Resilienz entsteht dort, wo militärische Leistungsfähigkeit und zivile Versorgungssicherheit ineinandergreifen. Für mich nehme ich mit, dass hier auch unsere Verantwortung als Versorgungsnetzbetreiber liegt: Auch unsere Energie-, Wasser- und Telekommunikationsnetze sind mehr als technische Systeme – sie sind Lebensadern, die auch unter größtem Druck in unterschiedlichsten Krisenszenarien funktionieren müssen. Sie sind das Rückgrat einer Gesellschaft, die auch in Ausnahmesituationen handlungsfähig bleiben muss – das ist keine Selbstverständlichkeit.“

Am Ende blieb vor allem eine Botschaft: CIMIC Quadriga 2026 machte eindrucksvoll deutlich, dass Resilienz dort entsteht, wo Verantwortung gemeinsam getragen wird – von Bundeswehr, Feuerwehr, Rettungskräften, weiteren Blaulichtorganisationen, Behörden sowie der Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen.