VST-KRITIS im Dialog

Sicherheit, Infrastruktur und Resilienz im Fokus

Nach der parlamentarischen Sommerpause hat der VST-KRITIS seine Verbands- und Gremienarbeit mit zahlreichen Gesprächen und Fachveranstaltungen intensiviert. Im Mittelpunkt standen der sichere Glasfaserausbau, der Austausch mit europäischen Institutionen sowie die Stärkung resilienter Energie-, Wasser- und Telekommunikationsinfrastrukturen. Dabei brachte der Verband die Interessen der Versorgungsnetzbetreiber gezielt in politische, wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Debatten ein.

Politische Vernetzung als Teil der Verbandsarbeit

Auch während der parlamentarischen Sommerpause schafft der VST-KRITIS wichtige Zugänge zu Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Beim Jahresfest „Hamburg in Berlin“ am 8. September nutzte der politische Sprecher Jan Syré den Austausch mit Ausstellern und Sponsoren, um neue Kontakte für die Verbandsarbeit zu knüpfen und die Anliegen der Betreiber kritischer Infrastrukturen sichtbar zu machen.

Sicherer Glasfaserausbau braucht die Perspektive der Netzbetreiber

Bei einer Informationsveranstaltung des Breitbandverbands ANGA zur Beschleunigung des Glasfaserausbaus machte der VST-KRITIS deutlich, dass Tempo und Sicherheit gemeinsam gedacht werden müssen. Neue Glasfasertrassen entstehen häufig in unmittelbarer Nähe bestehender Energie- und Wasserleitungen oder werden über vorhandenen Versorgungsleitungen verlegt. Die daraus entstehenden Risiken und Schutzanforderungen dürfen bei politischen und wirtschaftlichen Planungen nicht zum Randthema werden.
VST-KRITIS und ANGA haben deshalb vereinbart, einen gemeinsamen Workshop zu den notwendigen und vorgeschriebenen Sicherheitsaspekten bei Glasfaserausbauarbeiten vorzubereiten. Ziel ist es, über konkrete Anforderungen zu informieren und die Ausbauakteure stärker für die Belange der klassischen Versorgungsnetzbetreiber zu sensibilisieren.
Europäische Kontakte weiter ausbauen

Im Europäischen Haus in Berlin verfolgte der Verband am 16. September eine Veranstaltung anlässlich der Rede der Präsidentin der Europäischen Kommission zur Lage der Europäischen Union. Die Einladung unterstreicht, dass der VST-KRITIS auch auf europäischer Ebene zunehmend als Stimme der in Deutschland tätigen Versorgungsnetzbetreiber wahrgenommen wird. Dies eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, die Anforderungen kritischer Infrastrukturen frühzeitig in europäische Debatten einzubringen.
Resilienz durch zivil-militärische Zusammenarbeit stärken

Die sichere Versorgung mit Energie, Wasser und Telekommunikation ist auch für die gesamtstaatliche Verteidigungsfähigkeit von zentraler Bedeutung. VST-KRITIS beteiligt sich deshalb regelmäßig an Formaten der Bundeswehr und bringt dort die Perspektive der Netzbetreiber ein. Beim Symposium „Sicherheit für Deutschland – Enterprise Architekturen als Enabler vernetzter Gesamtverteidigung“ des Planungsamtes der Bundeswehr standen vernetzte Strukturen und die Widerstandsfähigkeit Deutschlands im Mittelpunkt.
Auch im Rüstungscluster Niedersachsen begleitet der Verband verteidigungsrelevante Fragen der Gesamtverteidigung. Bei einem Besuch von Nolte Services mit dem Schwerpunkt Kampfmittelräumung wurden Schnittstellen zwischen sicherer Infrastruktur, praktischer Gefahrenabwehr und fachlicher Qualifizierung erörtert. Im direkten Austausch vereinbarte Jan Syré einen Fachvortrag für die Sicherheitsinitiative BALSibau im kommenden Jahr, dessen Erkenntnisse zugleich in die Aktualisierung der Schulungsinhalte nach GW 129 einfließen sollen.

Verbandsarbeit mit konkretem Nutzen

Die Aktivitäten zeigen die Bandbreite der VST-KRITIS-Verbandsarbeit: vom politischen Networking über die Zusammenarbeit mit Branchenverbänden und europäischen Institutionen bis zum fachlichen Austausch mit sicherheitsrelevanten Einrichtungen. Gemeinsam ist allen Formaten das Ziel, die Interessen der Netzbetreiber wirksam zu vertreten, Sicherheitsanforderungen frühzeitig zu verankern und die Resilienz kritischer Infrastrukturen nachhaltig zu stärken.