Beide Veranstaltungen finden statt bei Gasunie Deutschland Transport Services GmbH, Pasteurallee 1 · 30655 Hannover >>>
Ulrich Huber, Vorsitzender des VST-KRITIS wird den Infotag eröffnen mit einem pointierten Blick auf das, was den VST‑KRITIS in den vergangenen zwei Jahren geprägt hat: der Aufbau einer starken Stimme in Berlin, die Etablierung neuer sicherheitspolitischer Formate, die enge Zusammenarbeit mit Behörden und Bundeswehr sowie die konsequente Weiterentwicklung unserer Resilienz‑ und Sicherheitsagenda. Seine Einführung zeigt, wie der Verband Meilensteine gesetzt hat – von der Mitwirkung an bundesweiten Richtlinien bis zur Stärkung der operativen Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern. Ein Auftakt, der deutlich macht, warum der VST‑KRITIS heute einer der zentralen Akteure für den Schutz der Versorgungsinfrastrukturen ist.
Die sicherheitspolitische Lage verschärft sich – hybride Bedrohungen, Sabotage und geopolitische Spannungen rücken die Versorgungsnetze ins Zentrum staatlicher Schutzverantwortung. Jan Syré, politischer Sprecher des VST‑KRITIS und Ressortleiter Resilienz für Norddeutschland, zeigt, wie der Verband diese neue Realität aktiv mitgestaltet. Die Geschäftsstelle in Berlin ist heute ein etablierter Ansprechpartner für Bundesministerien, Behörden und die Bundeswehr. In gemeinsamen Formaten – auch mit Verbänden aus den Bereichen der Wasserwirtschaft und der Telekommunikation – werden Lagebilder geteilt, Anforderungen abgestimmt und die Rolle der zivilen Netze in der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge geschärft.
Die Botschaft ist klar: Resilienz wird Pflicht – und der Verband verschafft seinen Mitgliedern die politische, organisatorische und sicherheitspolitische Schlagkraft, die sie jetzt brauchen.
Wenn Hausanschlüsse stillgelegt oder zurückgebaut werden, geraten viele Netzbetreiber in eine heikle Grauzone: Die Frage, wer die Stilllegungs‑ und Rückbaukosten für Hausanschlüsse tragen muss, ist seit dem Urteil des OLG Oldenburg vom 05.12.2025 brisanter denn je. Die Richter stellten klar: Die bisherige Praxis vieler Netzbetreiber, Kosten ohne ausdrückliche Regelung an Kunden weiterzugeben, ist rechtlich nicht mehr haltbar. Damit stehen Energie‑Netzbetreiber vor der Aufgabe, ihre Prozesse neu zu ordnen – in einem Feld, das weiterhin von Unsicherheiten geprägt ist.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags liegt auf den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen: dem KRITIS‑Dachgesetz, das Resilienz erstmals verbindlich macht, sowie den NIS‑Vorgaben, die Betreiber zu deutlich höheren Sicherheitsstandards verpflichten. Der VST‑KRITIS bringt die Perspektive der Netzbetreiber in diese Gesetzgebungsprozesse ein und sorgt dafür, dass praktische Umsetzbarkeit und Versorgungssicherheit im Mittelpunkt stehen.
Unser VST-Justiziar Markus Heinrich zeigt in seinem Vortrag, wie sich Netzbetreiber jetzt rechtssicher aufstellen, welche Spielräume bestehen, wo dringender Handlungsbedarf entsteht – und wie ein rechtssicheres Vorgehen heute aussehen kann. Ein Thema, das die Branche bewegt und tief in den operativen Alltag eingreift – und das Sie am Infotag des VST‑KRITIS nicht verpassen sollten.
Moderne KRITIS‑Sicherheit entsteht nicht mehr durch einzelne Komponenten, sondern durch eine integrierte Architektur, die Perimeter, Sensorik, Videoanalyse und Intervention nahtlos verbindet. Genau hier setzt der Vortrag von Christian Raschpichler (Bosch Building Technologies) an. Die gezeigten Bilder verdeutlichen, wie diese Systemwelt in der Praxis aussieht: Die MIC‑7100i liefert unter extremen Bedingungen stabile PTZ‑Bilder und bildet das visuelle Rückgrat einer vernetzten Sicherheitslösung. Gleichzeitig zeigt die Gefahrenabwehr‑Grafik, wie Bosch Bedrohungen bereits an der Grundstücksgrenze erkennt – von Zaun‑ und Bodensensorik über Zugangskontrolle bis hin zu Drohnendetektion und automatisierter Intervention. Entscheidend ist der Handlungspfad für Betreiber: Christian Raschpichler zeigt, wie aus Risikoanalyse, Technologie und Betriebsprozessen ein belastbares Schutzkonzept entsteht, das im Alltag funktioniert und KRITIS‑Betreibern echte operative Sicherheit gibt.
Die EU‑Methanverordnung verlangt von Gasnetzbetreibern erstmals ein systematisches, nachweisbares Monitoring ihrer Leitungsnetze. Klassische Bodenbegehungen stoßen dabei schnell an Grenzen – weshalb Gasunie Transport Deutschland auf ein hochautomatisiertes Drohnensystem setzt. Die Fotos zeigen die technische Basis: eine Beagle‑M‑Flotte mit redundanter Sensorik für Methan‑Detektion sowie einen autonomen Beagle‑M‑Hangar, der im Feld – hier an einem Umspannwerk – Start, Landung und Datenupload vollständig selbstständig abwickelt. Im Vortrag von Referent Mitja Wittersheim, Beagle Co‑Founder und COO, wird gezeigt, wie Gasunie und Beagle Systems Methanemissionen großflächig erfassen, wie die Daten in regulatorische Nachweispflichten überführt werden und welche technischen Standards sich gerade herausbilden. Ein Einblick in eine Technologie, die für Netzbetreiber zur Pflichtausstattung werden dürfte.
Satellitenbasierte Überwachung entwickelt sich zu einem zentralen Instrument für den sicheren Betrieb kritischer Infrastrukturen. Der Vortrag von Helena Blomberg und Thorben Schöfisch (Orbital Eye) zeigt, wie die Kombination verschiedener Satellitensysteme mit KI gestützter Analyse ein flächendeckendes, skalierbares Monitoring ermöglicht – unabhängig von Gelände, Wetter oder Personalverfügbarkeit.
Für Netzbetreiber entsteht damit ein operativer Mehrwert: Risiken durch Aktivitäten Dritter werden früher erkannt, Eingriffe in Schutzstreifen lassen sich nahezu in Echtzeit nachvollziehen, und Reaktionszeiten im Störungsfall verkürzen sich deutlich. Die Technologie stärkt nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern schafft auch eine belastbare Datenbasis für Dokumentation, Nachweisführung und strategische Netzplanung.
Der Vortrag gibt einen praxisnahen Einblick, wie satellitengestützte Überwachung den Netzbetrieb effizienter, sicherer und resilienter macht.
Der Vortrag zeigt, wie Anfragen zu Planungs- und Bauvorhaben zentral, medienbruchfrei und regelkonform bearbeitet werden können – aus Sicht eines Netzbetreibers und anhand eines konkreten Pilotprojekts. Im Mittelpunkt steht die digitale Vereinfachung des Leitungsauskunftsprozesses mithilfe der Tools BIL und megamap, vorgestellt von Dr. Eva Benz, Leiterin Geschäftsentwicklung, BIL eG und Tim Steinborn, Geschäftsführer, Megamap GmbH.
Die Inhalte richten sich insbesondere an Betreiber, die ihre Leitungsauskunft effizienter gestalten und gleichzeitig die rechtlichen Anforderungen zuverlässig erfüllen möchten. Der Vortrag bietet praxisnahe Einblicke in digitale Lösungen, die den Alltag von Netzbetreibern spürbar erleichtern.
Für Netzbetreiber zählen im Leitungsbetrieb vor allem verlässliche Messwerte, schnelle Abläufe und rechtssichere Dokumentation. Das emsländische Unternehmen Esders mit Kersten Burke, Regional Sales Manager, entwickelt seit über 35 Jahren genau dafür spezialisierte Lösungen: Gasspür‑ und Gasmesstechnik, Systeme für Dichtheitsprüfungen, Leckageortung und Personenschutz – ausgelegt für den Einsatz an Gas‑ und Wasserleitungen im Außenbereich wie auch in Gebäuden.
Besonders relevant für Betreiber ist die digitale, lückenlose Dokumentation, mit der Messergebnisse strukturiert erfasst, gespeichert und weiterverarbeitet werden. So lassen sich Prüfungen normgerecht nachweisen und regulatorische Anforderungen zuverlässig erfüllen. Ergänzend gehören Technologien zur kontrollierten Abfackelung von Restgasen gemäß EU‑Methanverordnung zum Portfolio.
Der Fokus liegt auf praxistauglichen, robusten Lösungen, die den Betrieb sicherer machen und gleichzeitig die Prozesse der Netzbetreiber spürbar vereinfachen.
Mario Stötzer und Marco Lampert, die beiden stellvertretenden Vorsitzenden des VST‑KRITIS, geben einen prägnanten Überblick über das Themenfeld Prävention und Safety – ein Kernbereich, der für die Sicherheit im Umfeld von Energieversorgungsinfrastrukturen immer wichtiger wird. Bauarbeiten im Umfeld von Energie‑ und Versorgungsleitungen gehören zu den risikoreichsten Tätigkeiten im Netzgebiet. So bündelt Das Social Media Angebot „Sichere Baustelle“ bündelt genau das Wissen, das Baufirmen, Planer, Geräteführer und Baustellenverantwortliche brauchen, um Schäden an Kabeln, Rohren und Anlagen zu vermeiden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den VST‑KRITIS‑Schulungsstätten, die die verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen, Schulungen nach GW 129 durchzuführen – und damit Baufirmen, Planer, Geräteführer und Baustellenverantwortliche fit für sicheres Arbeiten im Umfeld kritischer Infrastruktur machen.
Mario Stötzer und Marco Lampert stellen die kommenden Erfahrungsaustausche 2026 vor, die online und vor Ort stattfinden und den Mitgliedsunternehmen praxisnahe Einblicke, kollegiale Beratung und direkten Wissenstransfer bieten. Der Vortrag zeigt, wie der Verband Prävention als solidarische Gemeinschaftsaufgabe versteht – und welchen konkreten Nutzen Mitglieder aus den Angeboten ziehen können.
Der VST-KRITIS-Infotag bietet Netzbetreibern eine kompakte Gelegenheit, aktuelles Fachwissen aufzunehmen, praxisnahe Impulse mitzunehmen und sich über neue Lösungen für einen sicheren und effizienten Netzbetrieb zu informieren. Zwischen den Programmpunkten lädt ein Catering zu Gesprächen ein – ideal, um sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und direkt mit den Vortragenden des VST‑KRITIS sowie den beteiligten Unternehmen ins Gespräch zu kommen.
Der Tag ist darauf ausgelegt, aktuelle Entwicklungen, technische Lösungen und regulatorische Anforderungen so aufzubereiten, dass sie unmittelbar in den eigenen Netzbetrieb übertragbar sind. Die Teilnehmenden erhalten konkrete Anregungen für operative Verbesserungen, strategische Entscheidungen und die Weiterentwicklung ihrer Sicherheits‑ und Präventionsprozesse.
Kommen Sie am 23. März 2026 nach Hannover zum Infotag des VST-KRITIS
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