Nachdem Anfang Oktober Generalleutnant André Bodemann mit Vertretern der drei Verbände ANGA, DBVW und VST in Berlin zusammengekommen war, um praktische und zukunftsorientierte Möglichkeiten zur Erhöhung der Resilienz kritischer Versorgungsinfrastrukturen in den Bereichen Wasser, Energie und Telekommunikation zu erörtern, gab es jetzt ein erstes Kickoff-Meeting auf Verbandsebene. Godehard Hennies, DBVW, und Jan Syré, VST, trafen sich in den Räumen des >DBVW in Hannover, um erste Ideen aus den jeweiligen Branchen zu besprechen und grundsätzliche Handlungsfelder zur weiteren Bearbeitung durch gemeinsame Fachgremien zu umreißen.

Geplant ist es, die Versorgungsunternehmen und Netzbetreiber im Hinblick auf mögliche Krisenszenarien von Naturkatastrophen bis hin zu Sabotage auf eine synergetische Zusammenarbeit mit der Truppe und zivilen Bedarfsträgern von der Bundes- und Länderebene bis hinter zur Kommune vorzubereiten. Welche Bedarfe hat beispielsweise die Bundewehr an die Wasser-, Energie- und Telekommunikationsversorgung im Krisenfall? Wie können entsprechende Versorgungskapazitäten und Zuleitungsinfrastrukturen aufgebaut werden? Welche technologischen Möglichkeiten sind vorhanden oder müssten entwickelt werden?
Zudem ist zu berücksichtigen, dass einem grundsätzlichen Infrastruktur-Aufbau gesetzliche Vorgaben zum Umweltschutz, Gewässerschutz, aber auch zu technischen Regelwerken eingehalten werden müssen. Im Rahmen der Analyse der drei Verbände sollen zudem auch bestehende Infrastrukturdaten (auch Ausbaukapazitäten) zusammengeführt geführt werden, um eine fundierte Grundlage für Planungen und Vorschläge zu schaffen. Auf Basis von Boden- und Grundwasserressourcen, Flusssystemen und bestehenden Wasserwerken sollen geeignete Standorte für Verfügungsräume identifiziert werden. Diese Verfügungsräume könnten nicht nur im Krisenfall, sondern auch im Frieden durch den Ausbau ziviler Versorgungsnetze – etwa für neu zu planenden Gewerbe- oder Wohngebiete – sinnvoll genutzt werden. Dadurch entstünden Synergien zwischen Sicherheitsvorsorge und regionaler Infrastrukturentwicklung.
Godehard Hennies und Jan Syré stellten bei dem Termin in Hannover aber auch fest, dass ein ziviler Operationsplan Deutschland, der analog zum militärischen Oplan-Deu die gesamte Versorgungssicherheit im Krisenfall gewährleisten soll, dringend erforderlich ist. Dabei sollten Schutzmaßnahmen, Finanzierungsoptionen und rechtliche Rahmenbedingungen gemeinsam mit Fachverbänden sowie Bundes- und Landesbehörden abgestimmt werden, um das Thema Gesamtverteidigung weiter voranzubringen.
In Kürze wird ein nächster Termin aller drei Verbände stattfinden, nachdem jetzt zunächst im Vorfeld die grundsätzliche Thematik Wasserversorgung im Fokus stand.