Bundeswehr und KRITIS-Betreiber im gemeinsamen Austausch
Wie wichtig das Zusammenspiel von Betreibern Kritischer Infrastrukturen, Behörden, Einsatzkräften und der Bundeswehr ist, hat sich in vergangenen Krisen- und Schadenslagen immer wieder gezeigt. Dort, wo alle Akteure frühzeitig vernetzt waren und ihre jeweiligen Fähigkeiten kannten, konnten Schäden wirksam begrenzt und die Versorgung der Bevölkerung schnell stabilisiert werden.
Umso wichtiger das große Interesse der Führungsakademie der Bundeswehr an den Herausforderungen und Schutzmaßnahmen rund um die Kritischen Infrastrukturen in Deutschland.



Fotos: Andreas Wendt, NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG
Im Technischen Sicherheitszentrum (TSZ) der KKI GmbH erhielten angehende Führungskräfte und militärische Spitzenkräfte praxisnahe Einblicke in den Schutz von Wasser-, Energie- und Telekommunikationsnetzen sowie in die Verhütung und Begrenzung von Schäden an lebenswichtigen Versorgungssystemen.
Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Branchenverbände wurden die sektorspezifischen Anforderungen und Risiken beleuchtet:
- VST – Verband Sichere Transport- und Verteilnetze / KRITIS e. V. (Jan Syré)
- Deutscher Bund der verbandlichen Wasserwirtschaft e. V. (Godehard Hennies)
- ANGA Der Breitbandverband e. V. (Carsten Engelke)
- Bundesverband für Unbemannte Systeme e. V. (Mirko Knappe)
Besonders eindrucksvoll waren die praktischen Übungen im TSZ. Die Simulation von Gasbränden und die Löschübungen verdeutlichten, wie dynamisch Schadenslagen verlaufen können und wie wichtig schnelles, strukturiertes und fachkundiges Handeln für den Schutz Kritischer Infrastrukturen ist. Die Gäste der Bundeswehr konnten im praktischen Teil auch verfolgen, wie Schäden an Wasserstoffleitungen erkannt, bewertet und bekämpft werden. So schaffen wir schon heute die Voraussetzungen, um Einsatzkräfte, Netzbetreiber und weitere Akteure auf die Anforderungen der Wasserstoffwirtschaft vorzubereiten.
Jan Syré / VST: „Die angehenden militärischen Führungskräfte erhielten durch die beteiligten Verbände ANGA; DBVW, BUVUS und uns als VST einen praxisnahen Einblick in Aufbau, Funktion und vor allem Resilienzoptionen unserer Wasser‑, Energie‑ und Telekommunikationsnetze. Genau diese Transparenz ist notwendig, wenn staatliche Akteure im Ernstfall nicht nur reagieren, sondern mit uns als Netzbetreiber der Core Grids zusammen effektiv wirksam handeln sollen.“
Das Interesse der Führungsakademie der Bundeswehr unterstreicht die wachsende Bedeutung eines engen Austauschs zwischen staatlichen Akteuren und KRITIS-Betreibern. Frühere Ereignisse haben gezeigt, dass Bundeswehr, Einsatzkräfte und Infrastrukturbetreiber im Krisenfall erfolgreich Hand in Hand und Schulter an Schulter arbeiten können, um Gefahren abzuwehren, Schäden zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Genau dieses gegenseitige Verständnis und die gemeinsame Vorbereitung auf außergewöhnliche Lagen fördern wir mit Formaten wie diesen.
Vielen Dank an alle Referentinnen, Referenten und Partner für den wertvollen Austausch und ihr Engagement für die Resilienz unserer Kritischen Infrastrukturen.