Austausch beim Landeskommando Niedersachsen

VST‑KRITIS stärkt den Schulterschluss zwischen Bundeswehr, Netzbetreibern und Verbänden

Im Rahmen eines ersten strategischen Auftaktgesprächs besuchten am Montag, 23. März 2026, Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Branchenverbände das Landeskommando Niedersachsen in Hannover. Gastgeber war Oberst Daniel Decker, stellvertretender Kommandeur und Chef des Stabes, der die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen staatlichen Stellen, kritischen Infrastrukturen und Verbänden im Kontext der Gesamtverteidigung Deutschlands hervorhob.

Für VST‑KRITIS nahmen Jan Syré (politischer Sprecher) sowie Tim Reiermann, Referent Physische Sicherheit, Notfallmanagement bei Gasunie Deutschland teil – Gasunie ist aktives Mitglied im Verband und bringt als Betreiber zentraler Gasinfrastruktur wertvolle operative Perspektiven ein. Ergänzt wurde die Delegation durch:

  • Carsten Engelke, Technischer Direktor der ANGA
  • Godehard Hennies, Hauptgeschäftsführer des DBVW
  • Mirko Knappe, Geschäftsführer des BUVUS

Fokus: Resilienz von Wasser‑, Energie‑ und Telekommunikationsnetzen

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, welche Anforderungen und Belastungen im Krisenfall auf die Netze der Daseinsvorsorge zukommen – und wie Betreiber, Verbände und staatliche Stellen gemeinsam dafür sorgen können, dass Versorgungssicherheit auch unter extremen Bedingungen gewährleistet bleibt.

Diskutiert wurden unter anderem:

  • die Aufrechterhaltung kritischer Versorgungslinien bei Strom‑, Gas‑, Wasser‑ und Telekommunikationsnetzen
  • die Schnittstellen zwischen zivilen Betreibern und militärischen Strukturen im Rahmen der Gesamtverteidigung
  • die Bedeutung robuster Lagebilder und schneller Informationswege
  • technische und organisatorische Schutzmaßnahmen, darunter auch der mögliche Einsatz von Überwachungsdrohnen zur Lageerkundung, Infrastrukturüberwachung und Gefahrenfrüherkennung

Gerade im Bereich der Energie‑ und Gasversorgung wurde deutlich, wie eng technische Resilienz, operative Redundanzen und staatliche Sicherheitsstrukturen miteinander verflochten sind. Gasunie brachte hier praxisnahe Einblicke aus dem täglichen Netzbetrieb ein – ein Beispiel dafür, wie wertvoll die Expertise der VST‑KRITIS‑Mitglieder für die gesamtstaatliche Sicherheitsarchitektur ist.

Ein Kick‑off für eine vertiefte Zusammenarbeit

Das Treffen war bewusst als Auftakt angelegt. In den kommenden Monaten sollen weitere Gesprächsrunden folgen, in denen auch Blaulichtorganisationen  eingebunden werden. Ziel ist ein abgestimmtes, realitätsnahes Verständnis dafür, wie kritische Infrastrukturen in Krisenlagen geschützt, unterstützt und stabilisiert werden können.

VST‑KRITIS: Kompetenzbündelung für die Gesamtverteidigung

Für VST‑KRITIS ist dieser Austausch ein zentraler Baustein der eigenen Verbandsarbeit. Der Verband versteht sich als Brückenbauer zwischen Netzbetreibern, Technologieanbietern, Behörden und politischen Entscheidungsträgern. Die Teilnehmenden machten deutlich, dass Resilienz kein isoliertes Thema einzelner Sektoren ist, sondern ein gemeinsamer Auftrag:

  • für die Bevölkerung,
  • für die Wirtschaft
  • und für die Sicherheit Deutschlands.

Die Gespräche in Hannover haben gezeigt, wie groß die Bereitschaft aller Beteiligten ist, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam an tragfähigen Lösungen zu arbeiten.